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NORBERT MEIER

© Inhalt: Meier,
© Gestaltung: Heller / Inger






Burg Sparrenberg, Westseite, Bielefeld 3.7.1989 ab 17.25 Uhr” (animiertes GIF) und
Burg Sparrenberg, Ostseite, Bielefeld, 3.7.1989, ab 16.53 Uhr” (Dreiseitenansicht)    


Die Fotokugel hat ihren Ursprung in meiner Diplomarbeit aus dem Jahre 1988. Hier versuchte ich ein “absolutes” Panorama zu entwickeln, das “alles” zeigt. Die Fotokugel war ein sichtbares Ergebnis hieraus, welches die Innenwelt eines Standpunktes nach außen kehrte.

Die hier gezeigten Fotokugeln gehören zu der Serie "Aussichten", die ich von hohen Gebäuden Bielefelds und Umgebung fotografiere. Ich nehme dabei mindestens zwei Standpunkte ein, um den Anspruch der Serie, die ganze Aussicht zu zeigen, gerecht zu werden. Wenn ich nur von einer Seite fotografierte, würde das Gebäude beim Rundumblick sich selber im Wege stehen. Da die Fotokugel immer nur von einer Seite aus betrachtet werden kann, führe ich das Panorama alternativ zu ihr als Flächiges Kugelpanorama aus.


"Burg Sparrenberg, Ostseite, Bielefeld, 3.7.1989, ab 16.53 Uhr"
64 C-prints, je 10x15 cm, laminiert und auf Rahmen gezogen, insgesamt 70x180 cm


"Burg Sparrenberg, Westseite, Bielefeld 3.7.1989 ab 17.25 Uhr"
64 C-prints, je 10x15 cm, laminiert und auf Rahmen gezogen, insgesamt 70x180 cm


Die Fotokugel (Musterregister Nr. M9003163.6)
ist ein aus Einzelbildern zusammengesetztes Fotopanorama, das den Blick nach allen Seiten ermöglicht. Der Ursprung ist in dem Fotopanorama zu sehen, das einen flächigen Rundumblick zeigt. Der Fotoapparat wird in der Horizontalen geschwenkt und die entstandenen Einzelbilder zu einem passenden Ganzen zusammengesetzt. Bei der Fotokugel wird die Kamera auch in der Senkrechten geschwenkt.


Um die Einzelbilder der Fotokugel untereinander passen zu lassen, muß ein Verschieben des Standpunktes der Kamera vermieden werden. Dies wird durch die Konstruktion des Spezialstatives erzielt, das die Kamera im Schnittpunkt ihres Objektives schwenken läßt.
Das Stativ, das in diesem Fall auf eine Kleinbildkamera zugeschnitten ist, ist kardanisch aufgehängt und ermöglicht so den Blick nach allen Seiten. Beim Fotografieren der verschiedenen Motive erscheint auch immer das Stativ selbst im Bild (dies kann nur durch “Nachfotografieren” vermieden werden). Brennweite und Entfernung dürfen während des Fotografierens nicht verstellt werden, da dies Auswirkung auf die Bildweite und damit auf das Passen der Bilder untereinander hätte. Die Konstruktion der Fotokugel ist abhängig von der Brennweite eines Objektivs und dem Negativformat. Je nachdem kann ich die Eckigkeit einer Kugel theoretisch bis ins Unendliche erhöhen. Bei der Reduktion der Eckigkeit liegt die Grenze in der Konstruktion der Objektive, die nur bis zu einer bestimmten Brennweite konstruiert werden können (mit der Lochkamera sind quadratische Kugeln = Würfel möglich).

Hier zwei Beispiele von Fotokugelkonstruktionen:

Achteckige Fotokugel,
bei Kleinbild max. f = 30 mm

Grundriß
Zwölfeckige Fotokugel,
bei Kleinbild max. f = 45 mm
Grundriß

Die hier vorgestellte Fotokugel “Burg Sparrenberg...” ist in der Seiten- und Draufsicht zwölfeckig. Der Durchmesser der Fotokugel ist variabel. Der Aufbau ist symmetrisch, er richtet sich nach der Art des Fotografierens. Es sind auch nichtsymmetrische Körper denkbar, die sich durch Neigung des Fotopapiers beim Vergrößern, durch Verstellen der Standarten beim Fotografieren oder durch Manipulationen in Bildbearbeitungsprogrammen am Computer erzielen ließen.

Da die Fotokugel in Einzelbilder aufgelöst ist, ergibt sich auch die Möglichkeit, Verschiebungen in der Zeit oder Handlung stattfinden zu lassen: am selben Standpunkt passieren unterschiedliche Dinge, z.B. mehrmaliges Erscheinen von Personen, Zusammenwirken von Tag und Nacht, Darstellung von Produktionsabläufen.

Bei der Fotokugel als Einzelstück werden Fotos, in geringer Auflage Farbkopien auf einen stabilen Grundkörper aus Karton aufgezogen. Bei höheren Stückzahlen ist an einen gedruckten Bastelbogen gedacht. So kann sich jeder seinen eigenen Standpunkt bauen.